Pforzheim, 29. April 2021. Die Tarifgemeinschaft des Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) und des Edelmetallverbands Schwäbisch Gmünd begrüßte am 29.04.2021 die Vertreter der IG Metall zur 1. Verhandlungsrunde 2021 in der Edelmetallindustrie. Im Panoramasaal des Quartiers am Turm der Sparkasse Pforzheim/Calw erinnerte BVSU Hauptgeschäftsführer Dr. Guido Grohmann die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an die Geschichte der Industrie und den gemeinsam vollzogenen Strukturwandel von der reinen Schmuck- und Uhrenindustrie hin zu einer Edelmetall- und Präzisionsindustrie von heute. „Auch im Jahr 2021 stehen wir vor Herausforderungen, die einen Umbruch bedeuten werden. Die Corona-Krise macht Arbeitgebern wie Arbeitnehmern zu schaffen, mittel- und langfristig wird die fortschreitende Digitalisierung und die blühende Globalisierung Unternehmensstandorte, Arbeitsplätze und die Wertschöpfung als solche in unseren Regionen auf eine schwere Probe stellen, die es gemeinsam zu meistern gilt“, stellte Grohmann fest. „Ziel der Tarifparteien in der anstehenden Verhandlungsrunde sollte ein Abschluss sein, der allen Beteiligten Stabilität auf dem Weg aus der Krise bringt und auch die Tarifbindung der Unternehmen langfristig stärkt.“

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Herr Rainer Schiessle, Geschäftsführer der Christian Bauer GmbH & Co KG, Welzheim, legte im Anschluss an die Ausführungen der Arbeitnehmerseite die Zielsetzung der Tarifgemeinschaft vor. „Wir befinden uns in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Auch diese Tarifrunde wird Auswirkungen auf viele Arbeitsplätze in unserer Tarifgemeinschaft haben. Wir möchten möglichst viele davon sichern und fordern die Gewerkschaft daher auf, gemeinsam mit uns über zukunftsfähige Lösungen zu verhandeln“, so Schiessle. „Dafür wollen wir unsere Betriebe wettbewerbsfähig und zukunftssicher machen, ohne zusätzliche tariflichen Kostenbelastungen und mit Möglichkeiten der Differenzierung in Krisenzeiten.“

Die Ziele der Arbeitgeber im Einzelnen sind:

  • Keine weiteren tariflichen Kostenbelastungen
  • Eine Senkung der Arbeitskosten
  • Möglichkeiten von betrieblichen Variabilisierungen von Sonderzahlungen in Abhängigkeit von definierten Kennzahlen
  • Die zeitgemäße Anpassung und Vereinfachung der bestehenden Tarifverträge.

Die Arbeitgeber haben den Pilotabschluss in der Metallindustrie in Nordrhein-Westfalen mit Interesse verfolgt und hoffen auf Basis dieser Diskussionsgrundlage auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft.

Betriebliche Entlastungen in der Krise, Senkung der Arbeitskosten und automatische Möglichkeiten zur Differenzierung bei einzelnen Unternehmen in Krisensituationen sind der richtige Weg. Einer Übernahme der Verhandlungsergebnisse der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, wie im Vorfeld von der IG Metall über die Presse gefordert erteilt die Tarifgemeinschaft jedoch eine Absage. Der BVSU Geschäftsführer Arbeitsrecht, Johannes-Peter Schmitt, bemerkt hierzu: „Viele der bei M+E in Baden-Württemberg beschlossenen Regelungen treffen für die differenzierten Tarifverträge der Edelmetallindustrie gar nicht zu oder sind in diesen bereits auf andere Art und Weise geregelt.“