Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz sowie der Bundesverbands der Edelstein- und Diamantindustrie e. V. Idar-Oberstein melden sich am 19. Juni 2020 gemeinsam zu Wort. Die politischen Maßnahmen und Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie treffen vor allem die exportstarken Unternehmen in Rheinland-Pfalz, insbesondere die Unternehmen der Schmuck- und Edelsteinbranche, die einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland tätigen und ihre Rohwaren aus aller Welt beziehen. Es ist sehr erfreulich, dass die innereuropäischen Grenzen zunehmend für den Waren- und Personenverkehr wieder geöffnet sind. Nach wie vor gelten jedoch weltweite Reisewarnungen für außereuropäische Drittstaaten sowie strenge Einreisebeschränkungen für Geschäftsreisende aus diesen Ländern nach Deutschland und Europa.

Der persönliche Kontakt und die Inaugenscheinnahme der Fertig- und Rohwaren sind zentrale und charakteristische Aspekte der Geschäftstätigkeit der Schmuck- und Edelsteinindustrie, die zu einem Großteil außerhalb des europäischen Binnenmarkts tätig ist. Daher treffen diese Unternehmen die geltenden Einschränkungen besonders hart.

„Derzeit fehlt unseren exportstarken Betrieben die Perspektive wann und wie Geschäftsreisen von Deutschland in Drittstaaten und umgekehrt wieder möglich sein werden. Fehlende Planungssicherheit ist Gift für diese Unternehmen“, sagt Jonas Klein, IHK-Regionalgeschäftsführer. „Eine schrittweise Lockerung der Einreisebeschränkungen für Länder mit geringen Infektionszahlen und funktionierenden Hygienemaßnahmen sollten inner- wie außereuropäisch schnellstmöglich umgesetzt werden.“

„Auch unsere Betriebe müssen mit ihren Beschäftigten das Geld erwirtschaften, das von staatlicher Seite in die aktuellen Konjunkturpakete fließt. Nur mit offenen Grenzen können wieder Umsätze mit den internationalen Geschäftspartnern getätigt werden“, beschreibt Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Edelstein- und Diamantindustrie e. V. die Situation der Branche. „Wie in vielen anderen Bereichen, bedarf es zeitnah eines praxistauglichen Konzeptes für den Re-Start von Geschäftsreisen, insbesondere bezogen auf außereuropäische Drittstaaten. Dies natürlich immer unter Berücksichtigung einer vorzunehmenden Gefährdungsanalyse aus der sich die jeweiligen Bedingungen für die Reisetätigkeit ableiten.“