Der Bundesverband Schmuck-, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) veröffentlicht seine Statistik für die ersten beiden Quartale des Jahres 2022. Import und Export laufen auf hohem Niveau, für das zweite Halbjahr ist eine Konsolidierung wahrscheinlich.

Pforzheim, 05.09.2022. Die Zahlen im 1. Quartal 2022 haben schon eine weitere positive Entwicklung nach dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie gezeigt, das zweite Quartal lief noch besser. Insgesamt kann die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sehr zufrieden sein.

Insbesondere in der Schmuckindustrie zeigt der Export von Produkten einen starken Aufwärtstrend, die Zahlen steigen bisher kontinuierlich. Wurden im 1. Quartal 2022 Produkte im Wert von 652,8 Millionen Euro exportiert, so waren es im 2. Quartal bereits 746,5 Millionen Euro. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2022 Schmuckwaren im Wert von 1,399 Milliarden Euro exportiert, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 (1,036 Milliarden Euro) eine Steigerung um 35 %.

Auch bei den Uhren und Uhrenteilen ist dieser Aufwärtstrend erkennbar. Im 1. Quartal 2022 wurden Produkte im Wert von 381 Millionen Euro exportiert, im 2. Quartal lag der Wert bei 409,8 Millionen Euro. Somit wurden im 1. Halbjahr 2022 Waren im Gesamtwert von 790,8 Millionen Euro exportiert, im Vergleich zum 1. Halbjahr 2021 (665,2 Millionen Euro) eine Steigerung um 19 %.

Beim Import von Fertigwaren und Zulieferprodukten zeigt sich ähnliches. Der Import von Schmuck lag im 1. Halbjahr 2022 bei 1,023 Milliarden Euro. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2021 (832,9 Millionen Euro) bedeutet dies eine Steigerung von 23 %. Bei den Uhren und Uhrenteilen kommt der Halbjahresvergleich zu einem Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr, denn im 1. Halbjahr 2021 waren es 963,3 Euro, im 1. Halbjahr 2022 1,129 Milliarden Euro.

Insgesamt kann die Branche also mit dem 1. Halbjahr 2022 sehr zufrieden sein. Die Werte liegen allesamt auf einem höheren Niveau als im Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie. Gleichzeitig muss man bei der Bewertung der Zahlen jedoch auch die Effekte analysieren, die zu diesen Zahlen geführt haben. Eine beachtenswerte Rolle spielt in diesem Zusammenhang sicherlich die weltweit angespannte politische Situation und die damit einhergehende Inflation, die den Endverbraucher animiert, in sichere Werte zu investieren. Da insbesondere bei der Inflation kein Ende in Sicht ist und im 2. Halbjahr 2022 die Auswirkungen der Energiekrise den Endverbraucher vor neue Herausforderungen stellen wird, geht der BVSU von einer Konsolidierung im 2. Halbjahr 2022 und auch im Jahr 2023 aus. Auch für die Betriebe sind starke Kostensteigerungen beim Einkauf von Rohmaterialien, Zulieferteilen und Energie zu erwarten. Möglicherweise einhergehende Preissteigerungen bei den eigenen Produkten werden bei sinkender Kaufkraft des Endverbrauchers je nach Zielgruppe einen Effekt mit sich bringen. Es gilt für alle Marktteilnehmer wachsam zu bleiben.

Bundesverband Schmuck und Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V.
05. September 2022

Die Pressemitteilungen in deutscher und englischer Sprache, sowie die Präsentation der Zahlen finden Sie im Anhang und auf unserer Webseite unter „Zahlen und Fakten“.

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Download: Quaterly Report Jewellery and Watches 2022 (pdf)