Geschichte Bundesverband

BV Schmuck und Uhren Geschichte

Gestern. Heute. Morgen. Für Sie da.

Der BV Schmuck und Uhren ist der deutsche Spitzenverband für die von ihm vertretenen Wirtschaftszweige. Im Verband bündeln sich die Kompetenzen und Interessen der deutschen Schmuck- und Uhrenbranche – und das seit Jahrzehnten. Seine Kompetenz, sein Lobbyismus und seine Durchsetzungskraft als Arbeitgeber- und Wirtschaftsfachverband liegen in seiner langen Geschichte begründet.

1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren nahezu 90 Prozent der Uhren-, Schmuck- und Silberwarenbetriebe im Großraum Pforzheim zerstört. Unternehmer schlossen sich mit ihren ehemaligen Arbeitnehmern zusammen. Gemeinsam begann man mit Aufräumarbeiten und der Aufnahme bescheidener Produktionen.

1947

Pforzheimer Unternehmer gründen den „Fachverband der Schmuckwarenindustrie, der Edel- und Unedelmetalle, sowie verwandter Industrien“.

1948

Der 1947 gegründete Fachverband wird als „Schmuckwarenindustrieverband Baden-Württemberg der Edel- und Unedelmetalle – sowie verwandter Industrien Pforzheim e. V.“ ins Vereinsregister eingetragen. Im gleichen Jahr gründen Uhrenhersteller den „Fachverband der Deutschen Taschen- und Armbanduhren e. V. Pforzheim“. Nach ihrer jeweiligen Satzung haben beide Verbände folgende Aufgaben:

  • Wahrnehmung gemeinsamer wirtschaftspolitischer, fachlicher und sozialpolitischer Interessen der Mitglieder
  • Beratung in fachlichen, arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Fragen
  • Vertretung der sich daraus ergebenden Ansprüche vor Gericht

1951

Die Exportgrenzen für die deutsche Industrie fallen. Um Schmuck- und Uhreneinkäufern aus aller Welt ein Orientierungszentrum für die deutsche Schmuck-, Uhren- und Silberwarenindustrie zu geben, wird Pforzheims Vorkriegseinrichtung der „Ständigen Musterausstellung“ im Industriehaus neu eröffnet. Mit neuer Ausrichtung, vor allem als Schaufenster auch für das breite Publikum, wurde die ehemalige „Ständige Musterausstellung” als Branchenwelt in die im Jahre 2005 eröffneten SCHMUCKWELTEN PFORZHEIM eingegliedert.

1958

Die Schmuckverbandsmitglieder beschließen die Umwandlung in den „Industrieverband Schmuck und Silberwaren e. V.“ (ISS). Seine Aufgabe: die Interessenswahrung seiner Mitglieder auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Über die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Schmuck- und Silberwarenindustrie ist der ISS Mitglied in der Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes.

1968

Der „Verband der deutschen Uhrenindustrie” (VDU) wird gegründet – mit Geschäftsstellen in Schwenningen, Bad Godesberg und Pforzheim. In diesem Verband nimmt der Uhrenindustrieverband Pforzheim die Interessen der Kleinuhrenhersteller wahr. Der „Uhrenindustrieverband Pforzheim e. V.” (UIV) wird aus dem „Fachverband der deutschen Taschen- und Armbanduhren e. V. Pforzheim” gegründet.

1992

Nach der deutschen Wiedervereinigung beschließt der Industrieverband Schmuck und Silberwaren eine erneute Namensumbenennung und zwar in „Verband der Deutschen Schmuck- und Silberwarenindustrie” (VDSI), nachdem die Schmuckkombinate der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik geschlossen dem Verband beigetreten waren.

1996

Die Uhrenindustrieverbände VDU und UIV fusionieren zum VDU mit Sitz in Pforzheim. Die Kontakte zwischen VDU und VDSI werden in den nächsten Jahren gezielt ausgebaut.

1999

Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ fusionieren am 1. Januar 1999 die beiden deutschen Branchenverbände VDU und VDSI an der Schwelle des 21. Jahrhunderts zum „Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e. V. Pforzheim“, kurz: BV Schmuck und Uhren.

2017

Pforzheim feiert die Begründung der bundesweiten Schmuck- und Uhrenindustrie mit dem Jubiläumsfestival „250 Jahre Goldstadt Pforzheim“. 2017 blickt Pforzheim nicht nur auf die Ansiedlung der ersten Schmuck- und Uhrenfabrik im Jahr 1767 zurück, Pforzheim blickt auch nach vorne. Das Know-how für präzises Arbeiten – ein Vermächtnis der Schmuck- und Uhrenbranche – bereitet den Boden für die Branchen, die Pforzheims Zukunft sind: Präzisions-, Medizin- und Stanztechnologie und Kreativwirtschaft. Die Pforzheimer Hochschule festigt den Ruf Pforzheims als internationale Design- und Innovations-Metropole. Der BV Schmuck und Uhren unterstützt das Jubiläumsfestival als Hauptsponsor in enger Abstimmung mit der Stadt Pforzheim.

Heute

Der BV Schmuck und Uhren ist bundesweit sowohl Wirtschaftsfachverband für die Schmuck- und Uhrenindustrie als auch regionaler Arbeitgeberverband. Als Wirtschaftsfachverband nimmt er auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen war. Er hält Kontakt zu den für ihn zuständigen Ministerien auf Bundes- und Landesebene wie auch nach Brüssel zu den europäischen Gremien.

Dem Verband obliegt seit Anbeginn die Federführung der Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes, in dem sich kurz nach dem Kriege die maßgeblichen Verbände aus Industrie, Handwerk und Handel der Branche zusammengeschlossen haben. Über die Vereinigung der Bundesverbände ist der BV Schmuck und Uhren eingebunden in die internationale Interessenvertretung durch den Weltschmuckverband, CIBJO (Confédération internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie, des Diamants, Perles et Pierres).

Auf europäischer Ebene vertritt der Verband die Interessen der deutschen Uhrenindustrie in der europäischen Uhrenvereinigung Comité Permanent de l’Horlogerie Européenne (CPHE).

Die Interessen der vorwiegend mittelständischen Schmuck- und Uhrenindustrie vertritt der BV Schmuck und Uhren als Mitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dort obliegt dem Verband die Federführung in der so genannten Industrien-Gruppe, in der die Verbände des Mittelstandes eingebunden sind. Darüber hinaus ist der BV Schmuck und Uhren über den Arbeitgeberverband Südwestmetall Mitglied in der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände.

Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitgliedsfirmen in den Fachbeiräten und Ausstellerkomitees der wichtigsten Fachmessen, wie beispielsweise der INHORGENTA MUNICH und der BASELWORLD. Er ist Ansprechpartner für die Deutschen Gemeinschaftsstände der Messen in Hong Kong, Tokio und Las Vegas.

Lenker und Wegbereiter

Die Präsidenten von 1947 bis heute:

Schmuck

  • 1947 – 1982 Artur Grosse (Henkel & Grosse)
  • 1982 – 1988 Fritz Stahl (Friedrich Stahl KG)
  • 1988 – 1994 Joachim Köhle (J. Köhle GmbH & Co. KG)
  • 1994 – 1997 Gerhart Odenwald (A. Odenwald GmbH)
  • 1997 – 1999 Carl-Heinrich Lüth (Carl-Heinrich Lüth GmbH)

Uhren

  • 1947 – 1952 Carl Rivoir (Carl Rivoir, Uhrenfabrik)
  • 1953 – 1964 Fritz Soellner (Gebr. Kuttroff, Double Schmuck- u. Uhrbandfabrik)
  • 1964 – 1965 Adolf Gengenbach (Adolf Gengenbach, Uhrenfabrik)
  • 1965 – 1971 Erich Seitz (Mathias Seitz, Uhren- und Uhrgehäusefabrik)
  • 1971 – 1980 Hans-Peter Raff (PaRa Uhrenfabrik, Raff GmbH & Co. KG)
  • 1980 – 1982 Gerhard Schnurr (Provita Uhrenfabrik, Franz Schnurr GmbH)
  • 1982 – 1983 Klaus Wehner (Pforzheimer Uhren-Rohwerke GmbH)
  • 1983 – 1989 Hermann Merkle (Arfena Uhrenfabrik, Hermann Merkle GmbH & Co. KG)
  • 1989 – 1997 Jürgen Bock (Bock & Schupp GmbH & Co. KG, Zifferblattfabrik)
  • 1997 – 1999 Rainer G. Beck (Eugen Siegele, Uhrenfabrik)

Uhrenindustrie Schwenningen (VDU)

  • 1968 – 1972 Viktor Peter (Oeter Uhren, Rottweil)
  • 1972 – 1980 Kurt Jauch (URGOS Uhrenfrabrik, Haller, Jauch & Pabst, Schwenningen)
  • 1980 – 1986 Herbert Obergfell (Kundo Kieninger & Obergfell, St. Georgen)
  • 1986 – 1991 Klaus Wehner (Pforzheimer Uhren-Rohwerke Porta GmbH, Pforzheim)
  • 1991 – 1996 Berthold Korzus (Junghans GmbH, Schramberg)

BV Schmuck und Uhren

  • 1999 – 2001 Carl-Heinrich Lüth (Carl-Heinrich Lüth GmbH)
  • 2001 – 2003 Lothar Keller (Lothar Keller GmbH)
  • 2003 – 2013 Dr. Philipp Reisert (C.HAFNER GmbH & Co. KG)
  • ab 2013 Uwe Staib (Hermann Staib GmbH)

Hauptgeschäftsführer ab 1947

  • 1947 – 1982 RA Heinrich Axster
  • 1982 – 2010 Dr. Alfred Schneider
  • 2010 – 2014 RA Thilo Brückner
  • 2014 – 2017 Ina Zeiher-Zimmermann
  • ab 2017 Dr. Guido Grohmann