Trendberichte

BV Schmuck und Uhren Trendberichte

Trendberichte Schmuck und Uhren für das Jahr 2022

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Bewährtes, Werte und Individualität: Die Schmucktrends im Jahr 2022

Was ist, was bleibt? Das gewohnte Tempo in der Mode ist noch nicht erreicht, doch Sehnsüchte bleiben und werden geweckt: nach Bewährtem, nach Sicherheit, nach Lebensfreude. Für den Schmuck bedeutet das die steigende Wertschätzung für Echtes, für zeitlose Klassiker, für Ikonen, für bleibende Stücke, die Freude bringen und versprühen – für Stücke, die man für sich selbst und weniger für andere trägt.

2022 steht unter dem Einfluss von Farben, Frische, schlichten Formen, ausdrucksstarken Kontrasten und Individualität. Dezentem Alltagsschmuck treten Kunstwerke gegenüber. Der Unterschied zwischen Alltagsmode und Abendkleidung wird wieder größer – entsprechend unterschiedlich dürfen auch die Schmuckkollektionen ausfallen, die den Tag und die Nacht bestreiten. Es ist Zeit, sich besondere Schätze zuzulegen. Solche, die ins Auge fallen, Persönlichkeit aufweisen und zugleich eine gewisse Zeitlosigkeit versprühen, so dass sie zu Lieblingsstücken dieser, aber auch der nächsten Generation werden können. Luxus, Handwerk, echte Werte – möglichst nachhaltig umgesetzt, haben die Chance, langanhaltend Freude zu bereiten.

1. Universalgenies: Moderne Klassiker

Die Mode schlägt leise Töne an – um am Abend umso lauter feiern zu können. Schlichte, klare Linien bestimmen den Alltag, Glanz und Glamour sind die Stars der Nacht. Was die Mode kann, kann der Schmuck schon lange – und bereitet sich darauf vor, den strahlenden Schein der Nacht auf die Tagesbegleiter zu übertragen.

Hochwertig, edel, bleibend: Werte sind angesagt, aber in einem frischen und zeitlos modernen Gewand. Geometrische Formen, klare Linien, edle und echte Materialien bestimmen das Bild. Damit Schlichtheit aber nicht in Beliebigkeit umschlägt, sind kleine Details und Besonderheiten gefragt. Eine spezielle Art der Fassung, eine eigenständige Idee, die dem klaren Design Wiedererkennungswert verschafft, Schmuck mit Bestsellerpotential, der zukünftige Ikonen erahnen lässt – jede Kleinigkeit kann zum Erfolgsversprechen werden. Individualität ist gefragt, aber mit Zurückhaltung. Schließlich haben auch erfolgreiche Mode- und Designklassiker prägnante, aber zeitlose Formen, die Jahrzehnte später noch als frisch und modern wahrgenommen werden. Jetzt ist es Zeit für neue Klassiker, mit Diamanten und Farbedelsteinen und dem gewissen Etwas, dem man sich nicht entziehen kann.

2. Alte und neue Bekannte: Ikonen und Logomania

Marken geben Sicherheit und machen Menschen zu Insidern, die sich durch Logos und markante Details erkennen. Logomania ist ein bekanntes Phänomen der Mode und hat den Schmuck – auch den echten – erreicht. Logos werden zum Gestaltungsmerkmal im Schmuck, vereinen sich mit dem Design und prägen es mit. Wer mit Buchstaben außerhalb seines eigenen Monogramms nichts anfangen kann, setzt auf Ikonen: auf Klassiker, die als Statement Piece einer Marke Geschichte geschrieben haben und als Vintagestück oder Neuinterpretation Stil und zeitlose Klassik ausstrahlen. Logos und Ikonen schaffen ein Zugehörigkeitsgefühl, wie es nur Marken erreichen können. Für Manufakturen und Designer bietet der Trend die Chance, sich durch ein prägnantes Logo oder Designdetail zu etablieren und Markentreue durch Communitybildung zu belohnen. Denn wer möchte nicht gern auch ein Schmuckinsider sein?

3. Gut kombiniert: Individualität und Variantenreichtum durch Kombinationen

Sie sind zurück – und waren auch nie wirklich weg: Schmuckbaukästen, die zum individuellen Zusammenstellen der einzelnen Elemente anregen und das Gefühl verleihen, Schmuck wie kein anderer zu tragen. Altes neu entdecken, Bekanntes zu Neuem kombinieren, Schmuck auf die Mode abstimmen oder einfach Schlichtes für den Tag zu Prächtigem für den Abend verwandeln – die Motivationen sind verschieden, die Hersteller kreativ und vielfältig. Vor allem beim Ohrschmuck sind Variationsmöglichkeiten von kurz zu lang und schlicht zu opulent durch Einhänger und Erweiterungen gefragt. Wem variierbarer Schmuck zu aufwändig ist, setzt zum Zweck der Individualisierung und Mitgestaltung einfach weiter auf das bekannte Layering oder Ringstacking, denn auch hier lassen sich eigene Looks kreieren, die der jeweiligen Persönlichkeit, dem Anlass und der Laune entsprechen. Bleibt abzuwarten, ob auch die guten alten Charms wieder zu neuem Leben erwachen…

4. Schmuck mit Persönlichkeit: Siegelringe

Zeichen setzen, den eigenen Stempel aufdrücken, Spuren hinterlassen: Wer möchte nicht in Erinnerung bleiben und durch seine Einzigartigkeit überzeugen? Siegelringe geben die Möglichkeit, ein individuelles Erkennungsmerkmal zu tragen, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Familie zu zeigen und eine besondere Facette seiner Persönlichkeit zu präsentieren. Ob mit Monogramm, Wappen oder Zeichen, ob pur, mit Brillant oder Lagenstein, ob rund, eckig oder oval – die vielen Möglichkeiten der Individualisierung und der Trend zu breiten Ringen machen Siegelringe interessant. Eine besondere Ehre wird einem zuteil, wenn ein Siegelring als Teil eines Versprechens oder Zeichen der Gemeinschaft verschenkt wird. Dabei gelten die Ringe schon längst nicht mehr als Symbol von Autorität und Macht, sondern sind vielmehr Boten der Zusammengehörigkeit. Wer im Trend liegen möchte, trägt sie übrigens nicht einzeln (und schon gar nicht am kleinen Finger), sondern zusammen mit anderen Ringen an einer Hand. Sie sind sogar als Partner für das Ring-Stacking geeignet.

5. Die Macht der Farben: Farbedelsteine mit Gute-Laune-Garantie

Jedes Jahr verrät uns das Farbinstitut Pantone die Trendfarbe, die nicht nur auf modischen, sondern auch gesellschaftlichen Strömungen beruht. Im Schmuck wird 2022 nicht nur eine Farbe tonangebend sein, sondern ein kleines Bouquet durchs Jahr begleiten: Grün, Blau und Rosa in sanften Pastellnuancen, möglichst miteinander kombiniert, gehören zu den Favoriten der Saison. Zart und unaufdringlich stehen sie für Frische, neue Hoffnungen und Lebensfreude. Sie bilden den Gegenpol zu ihren lauten und intensiven Geschwistern, die – ebenfalls bunt gemischt – die andere Seite des Spektrums abbilden. Schmuck mit Farbedelsteinen drückt Lebensfreude aus und setzt ein Zeichen für den Neubeginn. Gefragt sind vor allem Ringe, die durch Stacking die Kombination verschiedener Farben und Steine erlauben. Bei Armbändern und Ketten liegen Modelle im Trend, die verschiedene Steine (und Schliffe) miteinander mixen.

6. Steine mit Charakter: Funkelndes mit Persönlichkeit

Wer sich in diesem Jahr ein schönes Diamantschmuckstück zulegen möchte, sollte nicht gleich automatisch zu Klassikern im Brillantschliff greifen, sondern sich von der Vielfalt der Schliffe anregen lassen. Das gilt auch für Farbedelsteine. Smaragd- und Princessschliffe passen hervorragend zu schlichten grafischen Designs, Tropfen und Ovale wirken klassisch und zeitlos. Ringe mit (Farbedel-)Steinen im Kissenschliff eignen sich wunderbar für Steckringkombinationen. Während hier ein einzelner großer Stein in einem besonderen Schliff zum Eyecatcher wird, liegen bei Ketten und Armbändern vor allem solche im Trend, die verschiedene kleine Steine in unterschiedlichen Farben und Schliffen miteinander kombinieren. Auch bei Verlobungsringen muss es nicht mehr der Brillant sein. Diamanten in geometrischen oder Fantasieschliffen sorgen für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff.

7. Starke Kontraste: Schwarz trifft Gold

Es ist wieder Zeit für starke Kontraste. Die Farbe Schwarz, die Anfang des Jahrtausends viele moderne Schmuckdesigns bestimmte und in den letzten Jahren an Bedeutung verlor, kehrt langsam zurück. Allerdings wechselt sie ihren bevorzugten Partner. Statt nur mit kühlem Weiß zu flirten, schmiegt sie sich vor allem an warm schimmerndes Gelb- und Roségold. Die leise Eroberung von Schwarz begann durch Trauringe und ist inzwischen wieder in allen Kategorien zu finden. Ob Collier, Armreif, Ohrschmuck oder Ring – Black is back, mal cool und markant, vor allem aber edel und feminin wie nie zuvor! In der Trauringsparte stellt sich hingegen bereits der nächste starke Konkurrent neben das tiefe Schwarz von Karbon und Emaille: Tantal fasziniert durch seinen matten, dunkelgrauen Glanz und richtet sich vor allem an jene, die es geheimnisvoll, aber nicht ganz so dunkel mögen.

8. Anmut, Eleganz und Weiblichkeit: Zarte Begleiter

Statement-Schmuck oder lieber Zartes und Feines? Wer glaubt, der Filigrantrend sei vorbei, wird in diesem Jahr neuen Verführungen begegnen, an denen man schwer vorbei kommt. Ganz so dezent und nahezu unsichtbar wie in den vergangenen Jahren sind die Schmuckneuheiten nicht, aber sie zeigen eine feminine Eleganz und Anmut, die sie besonders fein und edel erscheinen lassen. Die neuen schlanken Stücke zelebrieren selbstbewusste Weiblichkeit, wirken zart und stark zugleich und sind häufig von Diamanten gekrönt oder Edelsteinen verziert. Klassische und schlichte Formen, darunter auch luftige Gliederketten im Kleinformat, werden von dekorativen Oberflächen ergänzt. Statt des ganz cleanen Purismus und Minimalismus sorgen kleine Details für Abwechslung und Variantenreichtum. Die zarten Stücke kommen als Solisten hervorragend zur Geltung und brauchen keine Begleitung. Wer aber mag, kann sie durch Layering und Kombinationen trendiger erscheinen lassen.

9. Flächendeckend: Schmuck, der in die Breite geht

Auffallen, ohne überladen zu wirken: Der Trend zur Fläche sorgt für edlen Glanz und räumt Statementpieces einen klar definierten Platz ein. Breite Creolen, breite (Glieder-)Ketten, breite Armspangen, breite Ringe: Flächiger, kraftvoller Schmuck wird zum Gegenpol feiner Preziosen. Pure, klare Oberflächen wirken avantgardistisch und edel, dekorative Verzierungen halten sich zurück, sind aber hier und da zu entdecken und nehmen den Stücken die Strenge. Wer es besonders extravagant liebt, setzt auf ein Schmuckstück, das wie ein eigenes Kunstwerk erscheint. Besonders angesagt sind Artsy Earrings: Ohrschmuckgebilde, die die Ohrmuschel einbinden und wie eine kunstvolle Erweiterung des Ohrs wirken. Besonders edel wirkt großformatiger Schmuck in Gelbgold, jung und rockig – je nach Design – kommen Silber- und Edelstahl zur Geltung. Große Gliederketten (auch vergoldet aus unechten Materialien), geschwungene Croissant-Ringe und dicke Creolen führen den Flächentrend an. Breite Manschettenarmspangen passen vor allem zu sommerlichen Looks.

10. Fortsetzung folgt: Weiterentwicklungen von Evergreens

Last but not least gibt es Trends, die sich zu Evergreens entwickeln und nur kleinen Veränderungen unterworfen sind. Perlen sind nach wie vor up to date, allen voran Barockperlen in aufregenden Formen. Wer sich mit ihrer manchmal recht eigenwilligen Gestalt nicht anfreunden kann, findet Alternativen in ovalen und semibarocken Varianten, die dem Wunsch nach Einzigartigkeit und Natürlichkeit entsprechen, aber gefälliger wirken. Perlen treten in diesem Jahr auch weniger pur in Erscheinung, sondern werden vielfach mit anderen Elementen kombiniert: mit Gliederketten, mit Edelsteinen und Diamanten. Sie werden als einzelne Akzente in Schmuckstücke eingebunden und erhalten eine neue, selbstbewusste Lässigkeit. Trendbewusste Männer entdecken Perlen ebenfalls für sich – allerdings in der klassischen Variante. Wer mutig ist, trägt jetzt eine schlichte weiße Perlenkette zum rockigen Outfit. Wer es weniger auffallend mag, bleibt bei einzelnen Tahitiperlen – gern auch barock, die am Ledercollier oder Makrameearmband schimmern.

Beim Ohrschmuck sind Creolen weiterhin unbestrittenes Must-have, doch sie werden kleiner und alltagstauglicher. Beliebt sind Akzentuierungen durch Diamanten und andere Steine. Modische Ausnahme bilden breite Varianten, die auf Aufmerksamkeit abzielen und zum Fashionstatement werden.

Download: BVSU Schmucktrends 2022 (pdf)

Eleganz, Harmonie & Klarheit: Die Uhrentrends 2022

Modisch gesehen lässt uns das Jahr 2022 aufatmen: Eleganz und Klarheit stehen im Vordergrund, Harmonie ist gefragt. Sowohl Herren- als auch Damenuhren zeigen sich in sich stimmig und rund. Sie sind keine Accessoires, die die Mode unterstützen, sondern eigenständige Designobjekte, die Stilbrüche erlauben und tonangebend für das Outfit sein können. 2022 wird ein Jahr der Lieblingsstücke! Was zählt? Tragekomfort durch flache Gehäuse und angenehme Durchmesser, eine gute Ablesbarkeit und ein harmonisches, unaufdringliches Farbspiel von Zifferblatt und Armband – gern in Leder und am besten mit beigefügtem Wechselband in Edelstahl.

In Sachen Farbe bleibt es gedeckt: Dunkelblau und Dunkelgrün haben sich zu Dauerbrennern entwickelt, Schwarz übernimmt die Führung, Bordeaux sorgt für Extravaganz, Braun erdet. Bänder und Zifferblätter sind dabei aufeinander abgestimmt – entweder Ton in Ton oder in einer ruhigen, unaufgeregten Abstufung.

1. Auf die Größe kommt es an

Ob klassisch, modern oder im minimalistischen Bauhausstil gehalten – die neuen Uhren zeigen sich 2022 vor allem elegant. Erreicht wird dies durch tragefreundliche Durchmesser, bei Damen um 30 Millimeter, bei Herren bevorzugt zwischen 40 und 42 Millimetern. Retromodelle dürfen diese Grenzen auch gern unterschreiten und spielen ihren Charme auf kleinem Raum aus. Bei Damenuhren sind außerdem rechteckige Gehäuse in schmalen Varianten gefragt, die scheinbar nahtlos ins Armband übergehen. Passend zu den geringeren Abmaßen schrumpfen auch die Gehäusedicken. Schlanke Modelle bis hin zu Super Slim erhöhen den Tragekomfort und tragen zum eleganten Erscheinungsbild bei. Größe zeigen hingegen vor allem Sportuhren und Smartwatches, da hier das schnelle Erfassen aller wichtiger Daten im Mittelpunkt steht.

2. Alles auf Rosé

Silberfarbene Gehäuse haben nach wie vor die Nase vorn. Sollte es jedoch ein Goldton sein, muss Gelbgold vor allem bei den Herren seinen Platz für feines Roségold – massiv oder als Beschichtung – räumen. Der warme Glanz passt zu jedem Hauttyp, ist unaufdringlich und wirkt edel und stilvoll. Auch Bronze mit ihrer individuellen Patina hat sich fest etabliert. Zum roséfarbenen Gehäuse werden sowohl dunkelblaue und dunkelgrüne Zifferblätter kombiniert als auch edles Bordeaux und warmes Braun. Beliebt ist aber vor allem die Verbindung von Roségold mit Schwarz.

3. Edles Bordeaux

Eine neue Farbe drängt nach vorn: Bordeaux wird zum heimlichen Star auf Zifferblättern und Bändern. Sowohl bei den Herren- als auch bei den Damenuhren gewinnt das ruhige und tiefe Weinrot an Bedeutung. Es setzt einen extravaganten Akzent und hebt sich von der Masse der von Blau, Grün, Schwarz und Weiß dominierten Uhren ab. Besonders edel wirkt Bordeaux in Kombination mit Schwarz auf Zifferblättern mit Gradient Dial und mit Akzenten in Roségold, doch auch Grau und Silber stehen der Farbe gut. Bordeaux vereint Eleganz und einen Hauch Festlichkeit mit einer modischen Attitüde und kann sogar – gut kombiniert – sportliche Züge annehmen.

4. Naturfarben: Blau, Grün und Braun

Der überwiegende Teil der Zifferblätter schwelgt in gedeckten Tönen. Die Beliebtheit von Grün – vor allem Dunkelgrün, aber auch Salbei und Khaki – und Blau – weiterhin in tiefen, dunklen Tönen, aber auch helles Eisblau – bleibt ungebrochen. Vermehrt sind auch wieder braune Zifferblätter zu sehen, vor allem in Verbindung mit braunen Lederbändern und Roségoldgehäusen. Generell verläuft die Abstimmung der Zifferblätter auf die Armbänder sehr harmonisch. Dabei muss es nicht immer Ton-in-Ton sein, sondern auch sanfte Abstufungen sind möglich. Starke Kontraste werden vermieden. Ausnahme bildet die zeitlos klassische Kombination von einem hellen Zifferblatt mit silber- oder goldfarbenem Gehäuse und braunem oder schwarzem Lederband, wie sie meist bei Businessuhren zu sehen ist. Gold- bzw. champagnerfarbene Zifferblätter tauchen hier und da auf und könnten für zukünftige Trends relevant werden.

5. Leder neu interpretiert

Die Orientierung an mehr Eleganz spiegelt sich auch in der Wahl des Armbands wider. Während Uhren mit Edelstahlband Lässigkeit und Sportlichkeit ausdrücken, Kautschukarmbänder an den Rennsport erinnern und Textilbänder einen Hauch Abenteuerlust umweht, drücken Lederbänder oft eine gediegene Klassik aus – zumindest die geprägten mit leichtem Glanz. Immer mehr rücken jedoch andere Varianten aus Leder in den Vordergrund, die in ihrer sportlichen Wirkung den Lederalternativen Konkurrenz machen. Gemeint sind blanke, matte oder auch Veloursbänder mit einer robusten Ausstrahlung. Sie haben keine Längsnähte, sondern nur zwei derbe Stiche an den Bandanstößen, die in der Regel farbig abgesetzt sind und einen Self-Made-Charakter versprühen. Diese kleine Designänderung verleiht den Uhren einen legeren, modernen und vor allem jungen Look. Kein Wunder also, dass auch Sportuhren und Smartwatches mit diesen kernigen Lederbändern ausgestattet werden.

Bei der Farbwahl gewinnen braune Bänder an Beliebtheit. Ihr natürliche, warme Ausstrahlung passt sowohl zu konservativen als auch modernen Designs und wirkt nicht so hart wie Schwarz. Sie werden vermehrt zu braunen und dunklen (dunkelgrün, dunkelblau) Zifferblättern getragen, klassische Looks setzen weiterhin auf Creme, Silber und Weiß.

Für den unkomplizierten Wechsel von elegant zu sportlich sorgen Wechselbänder, die es idealerweise gleich zur Uhr dazu gibt. Beliebt sind Leder / Edelstahl, aber auch Farbwechsel von Schwarz / Braun.

6. Frisches Schwarz – aber klar!

Schwarze Uhren können edel, aber auch sportlich wirken. Der Nachteil bisheriger Modelle: Der Allblack-Trend beinhaltete oft auch die Indexe, das Design ging auf Kosten der Ablesbarkeit. Die neuen Modelle setzen erfrischende Akzente: Gehäuse, Zeiger und Indexe dürfen, nein müssen klare Linien zeigen. Kontrast ist gewünscht und macht Uhren mit schwarzen Bändern und Zifferblättern wieder zu verlässlichen Begleitern. Der Wunsch nach dem schnellen Erfassen aller Funktionen spiegelt sich darin wider, dass Minuten klar definiert werden – auch bei Damenuhren. Die minutengenaue Anzeige ist dabei kein Merkmal, das nur Schwarz betrifft, sondern findet sich ebenso bei anderen Modellen. Bonus durch die Akzentuierung der Anzeigen und Gehäuse: Die prägnanten Metallfarben sorgen für eine edle Ausstrahlung, vor allem Schwarz mit Roségold wird zum eleganten Eyecatcher. Bei den Sportuhren minimiert sich der Kontrast des Gehäuses durch schwarze Beschichtungen und die Verwendung von Titan. Das Zifferblatt bleibt hingegen klar ablesbar und gewinnt durch Farbtupfer in Rot oder Blau an Sportlichkeit.

7. Eleganter Edelstahl

Edelstahluhren haben bereits durch das Material eine eher sportliche Ausstrahlung. Bei den Damenuhren wird Eleganz durch Perlmuttzifferblätter und Diamanten zurück gewonnen, gepaart mit kleinen Gehäusedurchmessern. Klassische Gliederarmbänder sind gefragt, Milanaise spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Bei den Zifferblattfarben dominieren weiß und blau, letzteres vor allem in kühlem Eisblau und sommerlichem Türkis.

Auch bei den Männeruhren gehen Edelstahlmodelle nicht unbedingt mit einer sportlichen Aussage einher, sondern können durchaus elegante Züge aufweisen. Besonders edel sind Varianten mit Rot- oder Roségold in Bicoloroptik. Die Farbakzente müssen nicht auf dem Band, sondern können auch allein auf dem Gehäuse erfolgen: auf der Lünette, in den Zeigern oder Indexen.

8. Mondsüchtig

Mechanische Uhren sind kein Männerthema, sondern liegen ebenso bei Frauen im Trend – auch, aber nicht nur bei den beliebten Heritagemodellen. Komplikationen haben dabei nicht allein einen funktionalen, sondern auch dekorativen Charakter. Vor allem die Mondphasenanzeige erfreut sich – bei Damen und Herren gleichermaßen – großer Beliebtheit und wird in manchen Modellen besonders auffallend und stimmungsvoll dargestellt.

Einsichten ins mechanische Herz der Uhr werden zugunsten der Eleganz vor allem auf der Rückseite gewährt. So wird dem Wunsch nach einem ruhigen Zifferblatt und einer harmonischen Ausstrahlung Rechnung getragen.

9. Ikonen mit Ecken

Der Heritagetrend der Männeruhren hat die Damenuhren erreicht. Vorbilder sind Modelle, die an prominenten Größen aus dem Schauspiel- und Kulturbereich sowie Adel zu sehen sind – aus dem aktuellen Zeitgeschehen, aber auch bei Kultgesichtern der Vergangenheit. Sie erreichen den Status von Designerhandtaschen und werden zu begehrten Ikonen. Zu erkennen sind die Alltime-Favourites für Ladys vor allem an ihren quadratischen und rechteckigen Gehäusen, ihrer schmalen Gestalt und dem schlanken, harmonischen Übergang zum Armband.

Bei den Herren fallen Heritagemodelle in der Regel durch kleinere Durchmesser und teilweise ebenfalls kantige bzw. kissenförmige Gehäuse auf. Sie können Sammlerikonen sein oder elegante Gentleman-Uhren, die durch schlanke Zeiger und geschwungene Zahlen akzentuiert sind. Eine edle Vintageoptik wird auch durch Lederbänder im Used-Look oder Bronzegehäuse erreicht. Zifferblattfarben wie Lachs, Salbei oder Creme unterstützen den historisch angehauchten Charme.

10. Eine alte Liebe: Pre-owned – Pre-loved

Gründe für die wachsende Sammelleidenschaft für hochwertige Uhren gibt es viele: der Wunsch nach einem Stück mit Geschichte, nach Nachhaltigkeit, Exklusivität oder einer guten Investition. Gesammelt werden die großen Ikonen und Evergreens, doch mehr und mehr stehen auch Nischenmarken im Fokus, die sich durch Modelle mit einem besonderen Design auszeichnen. Zum Sammler werden nicht nur Fans mechanischer Uhren, die mitten im Leben stehen, sondern bereits jüngere Zielgruppen, die von der Smartwatch über den Second-Hand-Weg und das Thema Nachhaltigkeit oder Wertanlage zu ihrer ersten Luxusuhr gelangen. Die erwartete Wertsteigerung einer Uhr sollte jedoch nicht ausschlaggebend für den Erwerb eines Modells sein. Eine Uhr will getragen und geliebt werden – wichtig ist deshalb vor allem die Identifikation mit ihr und die Erweiterung der bisherigen Uhrengeschichte um die eigene.

Download: BVSU Uhrentrends 2022 (pdf)

Autorin unserer Trendberichte 2022: Jeannine Reiher